Manizha Bakhtari - THE LAST AMBASSADOR
Unser Ehrengast, die afghanische Botschafterin in Wien, Manizha Bakhtari, begann ihren Tag in Tübingen mit dem Besuch des Rathauses, wo sie von OB Boris Palmer empfangen wurde. Sie wurde dann eingehend in die Geschichte des Öhrn eingeführt und konnte die vielseitigen Malereien dort entdecken. Und ihrerseits dem OB und anwesenden Gemeinderatsmitgliedern und Presseleuten ein wenig ihre Situation als Botschafterin einer nicht mehr existierenden Regierung erklären, die von den Macht habenden Taliban als „entlassen“ erklärt wurde, diese „Entlassung" jedoch nicht akzeptiert, da die Taliban keine rechtmäßig Regierung präsentieren. Und besonders viel erzählt sie von den Schicksalen der Mädchen und Frauen, die in Afghanistan inzwischen einer Gender-Apartheid unterworfen sind.

Im Beisein von Mitgliedern des Gemeinderates trug sie sich dann feierlich ins Goldene Buch der Stadt Tübingen ein und konnte auch erfahren, welche Persönlichkeiten aus der ganzen Welt sich schon vor ihr im Buch verewigt hatten. Danach wollte auch sie, wie schon viele unserer Gäste vor ihr, die einzigartige über 500-jährige astronomische Uhr des Rathauses kennenlernen. OB Boris Palmer konnte als Mathematiker wunderbar verständlich das Funktionieren dieser Uhr am Modell erklären, und wie die Sonnen-, Mond- und Drachenläufer jegliche Sonnen- oder Mondfinsternis auf der Erde voraussagen können. Die Tübinger Gemeinderätinnen, wollten jedoch noch mehr wissen über das gegenwärtige Leben der Mädchen und Frauen Afghanistans und hörten ihr fasziniert zu.

Danach ging es in den ausverkauften Kinosaal der Museums zur Vorführung des Dokumentarfilms THE LAST AMBASSADOR über ihr Leben und Engagement für die Frauenrechte in Afghanistan. In einem ausführlichen Publikumsgespräch konnte sie viel darüber berichten, wie fast wöchentlich immer neue weitere Einschränkungen von den Taliban eingeführt werden, die Frauen und Mädchen völlig aus der Öffentlichkeit verdrängen, sie unsichtbar und unhörbar machen wollen. Aber auch wie die internationale Politik mit der Problematik der Gender-Apartheit der Taliban umgeht. Und besonders erklärt sie eingehend, wie das von ihr ins Lebens gerufene „Daughter Programm“ funktioniert, in dem Frauen von hier aus Mädchen in Afghanistan unterstützen können: finanziell, online durch Mentorship, Fortbildung, und besonders durch solidarische Begleitung – denn nach 5 Jahren Taliban an der Macht sind diese Mädchen in Gefahr, den Mut und die Hoffnung zu verlieren. Der QR-Code macht es leicht, Menschen, die Unterstützung geben wollen, mit dem Programm zu verbinden. Manizha bekommt lang anhaltenden Applaus von einem bewegten und beeidruckten Publikum.


